Erstes Bosch-Horn Typ UI 12 aus dem Jahr 1921

Solange in der Frühzeit des Automobils nur wenige Fahrzeuge unterwegs waren, verschafften diese sich Aufmerksamkeit genug. Doch schon um 1910 hatte der Verkehr in Deutschland so zugenommen, dass gesetzliche Vorschriften für „Hupen zum Abgeben von Warnzeichen“ erforderlich wurden.

Krächzende, umständlich zu bedienende Ballhupen erfüllten den Zweck des Warnens nur bedingt, so entwickelten die Ingenieure bei Bosch eine elektrische Signalhupe und ließen diese im April 1914 patentieren. Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs verhinderte einen raschen Serienanlauf, dieser erfolgte schließlich im Juli 1921.

Das neue „Bosch-Horn“ zeichnete sich in mehrerlei Hinsicht aus: es sprach auf Knopfdruck sofort an, war zuverlässig, wies einen geringen Stromverbrauch auf, überzeugte durch seine gefällige Form und – was letztlich den Erfolg ausmachte – es erzeugte einen reinen, wohlklingenden Ton von großer Reichweite. Seinen Wohlklang verdankte das Bosch-Horn dem Prinzip der „gedeckten Pfeife“ aus dem Orgelbau, bei dem eine zweite Membran für Oberschwingungen und damit für die angenehme Klangfarbe sowie die erforderliche Lautstärke sorgte. Die Werbung für das neue Produkt brachte die Vorteile auf den Punkt: nicht lärmen, warnen!

Über den Autor

Bettina Simon

Seit 2006 arbeite ich bei Bosch in der Historischen Kommunikation, zunächst im Bereich der Schriftgutarchivierung, mittlerweile bin ich für die Technikgeschichte zuständig und kümmere mich um die Produktsammlung und technische Dokumentation. Anfragen zu Bosch in Osteuropa und Italien gehören zu meinen Aufgaben, außerdem betreue ich Ausstellungsprojekte in verschiedensten Museen. Nach meinem Studium der Neueren Geschichte, Kunstgeschichte und Kommunikationswissenschaften war ich in Unternehmensarchiven tätig und habe im Technoseum Landesmuseum für Technik und Arbeit in Mannheim mehrere Ausstellungsprojekte mit betreut. Bei gutem Wetter drehe ich gerne eine Runde mit meinem Fiat 500 (Baujahr 1970).

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