Ernst Ulmer, der Leiter des Personalwesens, suchte die erste Frau aus, die bei Bosch eingestellt wurde. Ihr Name ist nicht überliefert, nur das Datum ihres ersten Arbeitstags: Es war der 1. März 1905, als sie als Kurz- und Maschinenschreiberin anfing. Das war eine doppelte Sensation. Briefe konnten jetzt diktiert und damit der Arbeitsprozess beschleunigt werden – und zum ersten Mal gab es eine Mitarbeiterin bei Bosch.

Offensichtlich entsprach die neue Angestellte jedoch nicht den Vorstellungen der Kollegen. Sie war weder so jung, wie erhofft, noch so charmant, wie gewünscht – Anforderungen, die man an einen Mann damals so nicht gestellt hätte.

Bald war sie gar als Kratzbürste verschrien. Dies lag wohl aber doch auch an ihrem Temperament selbst und nicht nur an den Erwartungen von weiblichen Tugenden bei den Kollegen. Bereits Ende des Monats war ihre Laufbahn schon wieder beendet: Sie wurde entlassen.

Trotz des missglückten Starts waren Frauen von da an als Arbeitskräfte bei Bosch gefragt. Ernst Ulmer stellte eine tüchtige und sympathische Nachfolgerin aus Bad Cannstatt ein: Frau Ruckhaberle, die allseits beliebt war.

Ihr folgten viele Frauen nach, wobei es bis in die 1950er Jahre ein Auf und Ab war. Vor allem während der Weltkriege stieg der Frauenanteil, da diese die im Feld stehenden Männer ersetzten.

Heute liegt der Frauenanteil bei der Belegschaft bei 25 % weltweit und bei 16,5% bei den Führungskräften.

 

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