Zu Dänemark gehören viele Inseln, die für Autofahrer häufig nur mit Fähren zu erreichen sind. Um die oft langweiligen Stunden auf der Fähre den Reisenden zu verkürzen, hatten dänische Bosch-Mitarbeiter in den 1980er Jahren eine originelle Idee: In einem fahrbaren Shop wurden Bosch-Wischer-Blätter angeboten. Dieser Service war sehr willkommen und Bosch damit nah beim Kunden.

Die A/S Magneto in Kopenhagen. In den Gebäuden in der Jagtvej 155 waren 1954 Büros, Ausstellungsräume und Lager untergebracht.

So war es auch schon am 15. November 1918, als die erste eigene Bosch-Vertretung in Dänemark eröffnet wurde. Die A/S Magneto lag im Zentrum der dänischen Hauptstadt Kopenhagen. Die positive Entwicklung der Gesellschaft war durch den Siegeszug des Automobils auf den dänischen Straßen gekennzeichnet. Bis 1929 verkaufte Bosch in Dänemark daher vor allem Automobilausrüstung. Mit dem Beginn der Weltwirtschaftskrise kam ein neues Produkt hinzu: der Bosch-Fahrraddynamo. Er entwickelte sich zum wichtigsten Umsatzträger in einem Land, in dem viel Rad gefahren wird.

Schnell beim Kunden: Mitarbeiter der A/S Magneto, Kopenhagen, mit dem Fahrrad unterwegs.

Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs konfiszierten die dänischen Behörden den Bosch-Besitz. Die Mitarbeiter fühlten sich so sehr mit ihrem Unternehmen verbunden, dass sie nichts unversucht ließen, um ihre Firma zu retten. Zwei Jahre später gelang es 28 von ihnen, die Firma selbst zu erwerben. Jeder Mitarbeiter, der mehr als fünf Jahre zu Bosch gehörte oder eine leitende Funktion innehatte, konnte sich beteiligen. Sie liehen dafür überall Geld und die Hausbank gab sogar einen Kredit ohne Sicherheit. Am 1. September 1947 startete das neue Unternehmen im Besitz des Personals – einmalig in der Firmengeschichte. In den 1950er Jahren konnte die Robert Bosch GmbH es dann schrittweise wieder zurückerwerben.

Die Bosch-Zentrale in Ballerup, die am westlichen Rand von Kopenhagen liegt, 2016.

Aus Anlass des 50-jährigen Jubiläums begann Bosch 1968 mit dem Bau einer neuen Zentrale in Ballerup am westlichen Rand von Kopenhagen. Zu einer größeren Veränderung kam es 1997, als sich die rechtlich selbstständigen Vertriebsgesellschaften in Nordeuropa zu einer Regionalgesellschaft für ganz Skandinavien zusammenschlossen. Mit Moeller&Devicon A/S erwarb Bosch 2003 einen Hersteller für Verpackungsmaschinen. Den Bereich Automotive Aftermarket konnte Bosch 2007 mit der Übernahme der Holger Christiansen A/S stärken. Heute arbeiten an vier Standorten 750 Mitarbeiter in Dänemark.

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