Bis in die frühen 1910er Jahre produzierte Bosch fast ausschließlich Zündsysteme. Diese einseitige Orientierung barg ein hohes unternehmerisches Risiko, gleichzeitig änderte sich der Automarkt. Aus Luxusgefährten und Sportwagen wurden Gebrauchsgegenstände, die eine alltagstaugliche Ausrüstung erforderten. 1913 wurde die elektrische Beleuchtung, das „Bosch-Licht“, serienreif.

Suchscheinwerfer im nächtlichen Einsatz: Werbefotografie aus dem Jahr 1925.

Suchscheinwerfer im nächtlichen Einsatz: Werbefotografie aus dem Jahr 1925.

Das Angebot eines kompletten Lichtsystems mit Scheinwerfern, Lichtmaschine, Batterie und Reglerschalter bahnte Bosch den Weg zum universellen Automobilzulieferer und legte die Basis für heutige Bordnetze. Neben dem Bestreben, das Unternehmen durch weitere Produkte breiter aufzustellen, sprachen 1910 viele Gründe für die rasche Serienentwicklung der elektrischen Beleuchtung. Erstens wurden Kraftfahrzeuge mehr und mehr gewerblich genutzt und mussten jederzeit, bei Tag und Nacht, einsatzbereit sein. Zweitens war elektrische Beleuchtung auf dem weltweit größten Automobilmarkt – den USA – schon Standard. Drittens schufen Vorschriften, wie die Pflicht zur Ausstattung von Kraftfahrzeugen mit zwei Frontlichtern in Deutschland ab 1909 und ähnliche Gesetze in den Nachbarländern, die Basis für eine zügige Verbreitung auch in Europa. Und viertens taugten die damals üblichen Karbid- und Azetylbeleuchtungen mit ihrer schwachen Lichtausbeute und umständlichen Handhabung kaum für den Alltagsbetrieb.

Das „Bosch-Licht“ 1913 mit Lichtmaschine, Regler und Scheinwerfer.

Das „Bosch-Licht“ 1913 mit Lichtmaschine, Regler und Scheinwerfer.

Bosch als Systemanbieter
Elektrisches Licht benötigte Strom, und den konnte eine Batterie nur für kurze Zeit liefern. Boschs Idee war folgende: Ein Dynamo, die sogenannte Lichtmaschine, erzeugte laufend Energie und lieferte diese an einen Speicher, die Batterie. Diese versorgte wiederum die Scheinwerfer mit Strom. Scheinwerfer, die Lichtmaschine und den Lichtmaschinen-Regler stellte Bosch selbst her. Die Batterie wurde zunächst von anderen Herstellern zugekauft, ab 1922 aber im eigenen Unternehmen gefertigt. Das neue Produkt war ein bemerkenswerter Entwicklungsschritt. Hatte man bisher Einzelkomponenten wie Magnetzündapparate angeboten, so war das „Bosch-Licht“ ein komplettes System, das dem Kunden das mühsame Zusammenkaufen von Einzelprodukten ersparte und gewährleistete, dass alle Komponenten optimal aufeinander abgestimmt waren. Nach 1921 ergänzte Bosch das inzwischen sehr erfolgreiche Programm auch um maßgeschneiderte Angebote für Motorräder, ab 1923 für Fahrräder. Es folgten in den 1930er Jahren weitere Spezialanwendungen wie Nebelscheinwerfer, Weitstrahler, Rückleuchten und Bremsleuchten.

Lichtkanal mit verschiedenen Scheinwerfern, 1962.

Lichtkanal mit verschiedenen Scheinwerfern, 1962.

Ende einer langen Ära
Bosch entwickelte sich zum weltweit führenden Hersteller von Fahrzeugbeleuchtung und brachte zahlreiche Neuerungen auf den Markt: das Abblendlicht, das die Straße gut ausleuchtete ohne den Gegenverkehr zu blenden; Einbauscheinwerfer, die optisch perfekt und aerodynamisch günstig in die Wagenfront integriert waren; asymmetrisches Licht, das die eigene Fahrbahn stärker beleuchtete als die Gegenfahrbahn und dadurch den Gegenverkehr noch weniger blendete; Halogenscheinwerfer mit einer 50 Prozent höheren Helligkeit; und schließlich die Litronic für Gasentladungslampen, ein elektronisch gesteuertes System mit höherer Lichtausbeute, geringerem Energieverbrauch und längerer Lebensdauer.

1999 brachte Bosch seinen Geschäftsbereich Lichttechnik in die Automotive Lighting GmbH ein, ein Joint Venture mit der italienischen Magneti Marelli S.p.A, und zog sich bis 2003 ganz aus diesem Gemeinschaftsunternehmen zurück. Lichtmaschinen fertigte Bosch bis 2017; nach der Ausgründung des Geschäftsbereichs Starter und Generatoren und dem Verkauf an das Erwerberkonsortium der chinesischen Unternehmen ZMJ und CRCI übernahm der chinesische Automobilzulieferer ZMJ die Weiterführung des Bosch-Aktivitäten im Bereich der Lichtmaschinen.

Eine Antwort

  1. Hans-Joachim Magnus Wilhelm Villing

    Mein Urgroßvater(mütterlicherseits) Wilhelm Lohrmann(Jahrgang 1874) arbeitete 1902 zusammen mit Robert Bosch….
    Mein Urgroßvater starb leider 1940 weil er Zuckerkrank war….Meine Mutter Erika Villing liebte ihren Opa abgöttisch…Sie liebte Ihn sehr,weil er ein großartiger Mensch war( meine Mutter Erika geb.am 30.Juni 1929 vertarb leider am 7.Juni 2003)………
    “ Glückliche Menschen haben ein schlechtes Gedächtnis und reiche Erinnerungen“
    Seine Ehefrau,meine Urgroßmutter lebte noch lange 15 Jahre und konnte von den Patenten,die mein Urgroßvater zusammen mit Robert Bosch hatte,gut leben…
    Ich bin stolz ein Teil von Wilhelm Lohrmann zu sein und ich liebe das Robert Bosch Krankenhaus,dort wurde Ich schon ein paar mal behandelt….Erst durch die Fehlbehandlung meines ehem.Hausarztes Dr,med,Manfred Kühlbrey verlor ich mein linkes Bein und bekam noch einen Herzschrittmacher über meine linke Brust,jetzt lebe ich schon über 3 Jahre alleine in meiner Wohnung und habe seit 1.10.2017 keinen Pflegedienst mehr….aber selbst ist der Mensch…einen Betreuer habe ich auch,der kann aber nur eines,alle 3 Monate 590 € von meinem Konto abbuchen und sonst tut er nichts für mich? Egal,ich bin stolz so gute Verwandtschaft zu haben,dass ich es hier bei ihnen niederschreiben darf…wofür ich mich sehr bedanke!

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