„0 – 0 – 7 – 0 – 8 – 9 – bitte Startadresse quittieren!“, tönte eine blecherne Stimme aus dem Lautsprecher der Bedienstation vor dem Armaturenbrett. Eine männliche Stimme wohlgemerkt, da sich diese mit weniger technischem Aufwand digitalisieren ließ als eine weibliche; letztere verbrauchte schlicht mehr Speicherplatz.

Hinter dem Zahlencode verbarg sich eine Adresse in Hildesheim – auf diese Art und Weise war der gesamte Stadtplan für die Start- und Zieleingabe aufbereitet worden, sodass EVA, der elektronische Verkehrslotse für Autofahrer, die Routenführung übernehmen konnte.

Eingabe der Startposition, 1983

Eingabe der Startposition, 1983

Die Vorstellung des Prototyps eines Fahrzeugnavigationssystems am 21. Juni 1983 in Hildesheim erwies sich als wegweisend. EVA war das erste experimentelle System zur autarken Navigation. Es hatte eine digitale Landkarte und Zieleingabe, und lotste den Fahrer am Bildschirm und über gesprochene Ansagen ans Ziel. Serienreif war das System zu diesem Zeitpunkt noch nicht, da die erforderliche Digitalisierung der Landkarten großer Gebiete viel zu teuer war und die vorhandenen Speichermedien noch zu klein. Nach der Eingabe von Start- und Zielkoordinaten berechnete EVA selbstständig den besten Weg zum Ziel. Rad-Drehzahlsensoren erfassten Fahrstrecken und Richtungswechsel und glichen die Bewegung des Fahrzeugs mit der gewählten Strecke ab. Auf diese Art und Weise war es möglich, Aktualisierungen – etwa bei versehentlichem falschen Abbiegen – vorzunehmen und den Fahrer zuverlässig an sein Ziel zu bringen.

TravelPilot, 1997

TravelPilot, 1997

Auf dem Konzept von EVA basieren alle heutigen Navigationssysteme; zunächst jedoch hatte die weitere Entwicklung noch etliche Hürden zu nehmen. Dank des neuen Speichermediums CompactDisc (CD), und mit der seit der Mitte der 1990er eingeführten satellitengestützten Ortung konnte Blaupunkt mit dem TravelPilot 1995 ein Produkt vorstellen, das einen handelsüblichen Straßenatlas an Bord von nun an nicht mehr erforderlich machte. Akustische Ansagen über die Fahrtroute, die so genannte Sprachausgabe, sorgten dafür, dass der Fahrer sich ganz auf das Geschehen auf der Straße konzentrieren konnte und nicht durch den Blick auf den Bildschirm abgelenkt wurde.

 

Die Integration von Navigations-, Entertainment- und Fahrerassistenzsystemen spielen auf dem Weg zur vernetzten Mobilität eine entscheidende Rolle. Neugierig? Dann bitte hier weiterlesen!

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