Die Auswahl und Ausbildung des Personals war dem Firmengründer Robert Bosch von Anfang an ein besonderes Anliegen, da der Unternehmenserfolg vor allem auf der Leistung der Mitarbeiter beruht: „Bei allen Dingen, die man nicht selbst machen kann, sei es aus Mangel an Fähigkeit, sei es aus Mangel an Zeit, ist die Hauptsache, die rechten Leute herauszufinden, welchen man die Arbeit übertragen kann.“

 

Durchzechte Nächte – Personalauswahl damals

In den ersten Jahren, als er noch jeden mit Namen kannte, kümmerte sich Robert Bosch persönlich um die Einstellung und den Werdegang seiner Mitarbeiter. 1901 übertrug er diese Aufgabe einer eigenen Abteilung und stellte den späteren Vorstand Ernst Ulmer als Leiter des Personalwesens ein. Bei der Auswahl der Direktoren ließ er sich von Gustav Klein beraten, ab 1906 Leiter der Verkaufsorganisation. Besonders schwer fiel Robert Bosch die Entscheidung bei Verwandten. So ließ er seinen Schwager Eugen Kayser von Gustav Klein auf die Eignung als Leiter des Metallwerks in Feuerbach prüfen. Eine gern erzählte Anekdote berichtet, dass Gustav Klein mit Eugen Kayser eine Nacht durchgezecht und ihn dabei auf Herz und Nieren geprüft habe – und daraufhin urteilte: „Kayser können wir brauchen, ich habe ihn probiert.“

Helfer bei der Personalauswahl: Gustav Klein (links) und Eugen Kayser (rechts), 1910

Helfer bei der Personalauswahl: Gustav Klein (links) und Eugen Kayser (rechts), 1910

Personalauswahl heute

Die Methoden der Mitarbeiterprüfung sind heute moderner als die von Gustav Klein. Die Personalabteilung macht sich ein genaues Bild von der Persönlichkeit der Bewerber. Anhand von Assessment-Centern, Bewerbungsgesprächen und Eignungstests wird entschieden, ob die Kandidaten zum Unternehmen passen. Rekrutiert wird der Nachwuchs mit vielfältigen Programmen: Mit Universitätskooperationen, Stipendien, Campus Recruitment Tours sowie internationalen und nationalen On-Track-Events baut Bosch schon sehr früh den Kontakt zu vielversprechenden Nachwuchskräften auf.

 

Warum so viel Aufwand?

Im Unternehmen „muss Zusammenarbeit sein“, sagte bereits Robert Bosch. Seine Bereitschaft zu Kooperation und Miteinander prägt das Unternehmen bis heute. Gute Arbeitsbedingungen, hohe Löhne, freiwillige soziale Leistungen, vielfältige Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten, fairer Umgang – all dies hat zur besonderen Identifikation der Mitarbeiter mit ihrem Unternehmen beigetragen. Als Franz Fehrenbach im Juli 2003 Vorsitzender der Geschäftsführung wurde, schrieb er in einer E-Mail an die Mitarbeiter in aller Welt: „Was ist wirklich das Beste an Bosch? Es sind die Boschler. Nur Sie können dafür sorgen, dass unser Unternehmen mehr hat als eine große Geschichte – nämlich eine noch größere Zukunft.“

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